Geschichte der Glörtalsperre

Wasserreiches Sauerland

Das nördliche und westliche Sauerland zeichnen sich durch hohe Niederschlagsmengen aus. Kein Wunder also, dass diese Wassermengen bereits vor weit über 100 Jahren genutzt wurden, um die Trinkwasserversorgung des Ruhrgebietes zu sichern und eine Vielzahl an Betrieben an den Flüssen mit Wasserkraft zu versorgen. Viele Stauseen haben sich dann später zu Erholungs- und Freizeitgebieten entwickelt; so auch die Glörtalsperre.

Talsperrenbau

Die Staumauer während ihrer Bauphase 1903/1904

Die Glörtalsperre (erbaut: 1903/04) zählt zu den ersten Talsperren, die mit Unterstützung des 1899 gegründeten Ruhrtalsperrenvereins gebaut wurden. Die Pläne und Vorgaben lieferte der bekannte Baumeister Otto Adolf Ludwig Intze. Zur Errichtung der Mauer waren  Bruchsteine aus Grauwacke zu verwenden, die unmittelbar vor Ort aus dem Bergvorsprung des Rotthauser Hanges gesprengt wurden.

Die Glörtalsperre bildet eine Station auf der Themenroute 9 „Industriekultur an Volme und Ennepe“ und der Themenroute 28 - Wasser: Werke, Türme und Turbinen der Route Industriekultur des Ruhrgebietes.

Route der Industriekultur

Die Glör im Wandel der Zeit

Die Glörtalsperre erfüllte im Laufe ihrer Geschichte unterschiedliche Funktionen. Sie diente Im Gegensatz zu anderen Talsperren in der Nachbarschaft nicht primär der Trinkwasserversorgung. Die Hauptaufgaben lagen zunächst darin, die Industrie im Volmetal mit Kühl- und Triebwasser für die Wasserräder zu versorgen. Später diente die Talsperre als Notreservoir für Trinkwasser und in geringem Umfang für die Wasserregulierung von Volme und Ruhr.

Bereits 1929 wurde am Nordwestufer der Talsperre eine Jugendherberge errichtet. Die weitere Entwicklung der Glörtalsperre als Freizeit- und Erholungsort begann dann in den 1950er Jahren und wurde zwischen 1975 und 1984 durch den Bau der Badestelle mit DLRG-Station und Parkplätzen tnochmals verstärkt.

In den Jahren 2000 bis 2004 wurde die Staumauer saniert. 2017 und 2020 fand dann eine Generalüberholung statt, zu dessen Zweck das komplette Wasser abgelassen wurde. Die wasserlose Zeit wurde zur weiteren Aufwertung der Badestelle und des Rundweges genutzt.

Die Glörtalsperre und das Haus Glörtal auf historischen Postkarten.

Die Fotos und historischen Postkarten wurden durch den Geschichts- und Heimatverein der Gemeinde Schalksmühle bereitgestellt.